Sebastian Thrun, Direktor des Stanford Artificial Intelligence Lab, hat die Vision eines selbstfahrenden Autos umgesetzt und präsentiert diese in 4 Minuten.
Der Vortrag hat, bis auf den Schluß, alles, was es braucht. Thrun "verpackt" sein Thema in eine kurze Heldengeschichte.
Anfang: Thrun beginnt mit seinem persönlichen Zugang zum Thema. Er erzählt, daß er einen Freund durch einen Verkehrsaunfall verloren hat.
Die Herausforderung: 1 Million Leben im Verkehr retten
Scheitern: er zeigt Beispiele von einem Wettberwerb mit sebstfahrenden Autos, die allesamt nicht ans Ziel kommen.
Überwindung: Er zeigt Aufnahmen vom Google-Auto, das alle Hindernisse bewältigt und fährt 140.000 Meilen unfallfrei.
neue Welt: Thrun antwortet auf die Frage, was wäre, wenn es viele solcher Autos gäbe und zeigt die Auswirkungen auf das Publikum.
Soweit alles gut. Schade nur, daß Thrun am Ende mitten im Gedanken so abrupt abbricht. Wenn er sich noch auf einen Abschlußsatz bzw. eine (visionäre) Entscheidung für das Publikum konzentriert hätte, dann hätte es volle Punkte für den Vortrag gegeben (und daß, obwohl der Mann selbst keine Entertainer-Qualitäten hat. Ein gut strukturierter Vortrag braucht das auch nicht unbedingt.)
Mittwoch, 24. August 2011
Donnerstag, 11. August 2011
Vergleich zweier Vorträge zu demselben Thema: Die Ernährung unserer Kinder
Jamie Oliver ist streng zu Amerika – und erntet Standing Ovations
Ann Cooper ist leidenschaftlich – aber versteckt sich hinter Zahlen
Jamie Oliver's TED Prize wish: Teach every child about food | Video on TED.com
Es ist beeindruckend, wie scharf Jamie Oliver die aktuelle Nahrungs-Situation in Amerika anspricht und dennoch (oder auch gerade deswegen) volle Unterstützung durch das Publikum erfährt.
Die Rede ist klassisch aufgebaut und beinhaltet alle Elemente, die dramaturgisch interessant und beeindruckend sind, und die das Publikum bewegen.
Ann Cooper talks school lunches | Video on TED.com
Als Gegenstück dazu dasselbe Thema in einem Vortrag, der deutlich schlechter strukturiert und dramaturgisch nicht besonders interessant gestaltet ist.
Was sind die großen Unterschiede?
In aller Kürze:
1. Der Anfang. Oliver macht das Thema menschlich. Er zeigt uns Fotos und Schicksale. Cooper redet zwar über die Situation, aber es bleibt eher theoretisch und in den Zahlen. Apropos Zahlen:
2. Statistiken: Cooper erwähnt die Zahlen (zB 70% des Antibiotika-Verbrauches ist bei der Nahrungsmittelindustrie), doch Oliver bewegt mit den Zahlen – er vergleicht zB die Tode an Übergewicht mit den Toden an Gewaltverbrechen.
3. Zeigen statt sagen: Oliver kommt mit einer Schubkarre voll Zucker auf die Bühne. Cooper erzählt zwar, wie groß der Haufen der konsumierten Pestizide ist, aber sie zeigt es nicht.
4. Folien: Oliver verwendet Bilder und Statistiken auf den Folien, um das Gesagte visuell zu verdeutlichen. Cooper verwendet Folien, die eigentlich genau dasselbe sagen wie sie selbst (abgesehen davon, daß die Folien überladen sind und schlecht lesbar).
5. das Publikum involvieren: Oliver interagiert mit dem Publikum und wendet Statistiken auf die Anwesenden Menschen an. Cooper trägt mit erhobenem Zeigefinger internationale Bevölkerungs-Statistiken vor.
Fazit: 2 Personen, die leidenschaftlich und engagiert ein und dasselbe Anliegen in demselben Forum vertreten. Beide sind Küchenchefs. Der eine involviert das Publikum und kommt zu einem klaren Punkt. Die andere arbeitet mit einer Menge Zahlen und Fakten, hat keine gute Dramaturgie und bleibt insgesamt theoretischer und distanzierter.
Das Ergebnis: Olivers Vortrag wurde in einem Jahr 1,5 Mio mal angesehen und erhielt fast 1.000 Kommentare und einen Preis. Coopers Vortrag wurde in 3 Jahren 198.000 mal angesehen und erhielt 139 Kommentare – auf derselben Webseite (ted.com).
p.s. Mark Bittman hat einen Tag nach Ann Cooper über dasselbe Thema (bei derselben TED-Konferenz) gesprochen. Auch keine wirklich starke Präsentation, aber deutlich professioneller als Cooper.
Mark Bittman on what's wrong with what we eat | Video on TED.com
Sein Ergebnis in drei Jahren: 673.000 Views und 300 Kommentare – das 3-fache von Cooper. Man sieht, je besser die Präsentation, desto stärker der Impuls beim Publikum.
Ann Cooper ist leidenschaftlich – aber versteckt sich hinter Zahlen
Jamie Oliver's TED Prize wish: Teach every child about food | Video on TED.com
Es ist beeindruckend, wie scharf Jamie Oliver die aktuelle Nahrungs-Situation in Amerika anspricht und dennoch (oder auch gerade deswegen) volle Unterstützung durch das Publikum erfährt.
Die Rede ist klassisch aufgebaut und beinhaltet alle Elemente, die dramaturgisch interessant und beeindruckend sind, und die das Publikum bewegen.
Ann Cooper talks school lunches | Video on TED.com
Als Gegenstück dazu dasselbe Thema in einem Vortrag, der deutlich schlechter strukturiert und dramaturgisch nicht besonders interessant gestaltet ist.
Was sind die großen Unterschiede?
In aller Kürze:
1. Der Anfang. Oliver macht das Thema menschlich. Er zeigt uns Fotos und Schicksale. Cooper redet zwar über die Situation, aber es bleibt eher theoretisch und in den Zahlen. Apropos Zahlen:
2. Statistiken: Cooper erwähnt die Zahlen (zB 70% des Antibiotika-Verbrauches ist bei der Nahrungsmittelindustrie), doch Oliver bewegt mit den Zahlen – er vergleicht zB die Tode an Übergewicht mit den Toden an Gewaltverbrechen.
3. Zeigen statt sagen: Oliver kommt mit einer Schubkarre voll Zucker auf die Bühne. Cooper erzählt zwar, wie groß der Haufen der konsumierten Pestizide ist, aber sie zeigt es nicht.
4. Folien: Oliver verwendet Bilder und Statistiken auf den Folien, um das Gesagte visuell zu verdeutlichen. Cooper verwendet Folien, die eigentlich genau dasselbe sagen wie sie selbst (abgesehen davon, daß die Folien überladen sind und schlecht lesbar).
5. das Publikum involvieren: Oliver interagiert mit dem Publikum und wendet Statistiken auf die Anwesenden Menschen an. Cooper trägt mit erhobenem Zeigefinger internationale Bevölkerungs-Statistiken vor.
Fazit: 2 Personen, die leidenschaftlich und engagiert ein und dasselbe Anliegen in demselben Forum vertreten. Beide sind Küchenchefs. Der eine involviert das Publikum und kommt zu einem klaren Punkt. Die andere arbeitet mit einer Menge Zahlen und Fakten, hat keine gute Dramaturgie und bleibt insgesamt theoretischer und distanzierter.
Das Ergebnis: Olivers Vortrag wurde in einem Jahr 1,5 Mio mal angesehen und erhielt fast 1.000 Kommentare und einen Preis. Coopers Vortrag wurde in 3 Jahren 198.000 mal angesehen und erhielt 139 Kommentare – auf derselben Webseite (ted.com).
p.s. Mark Bittman hat einen Tag nach Ann Cooper über dasselbe Thema (bei derselben TED-Konferenz) gesprochen. Auch keine wirklich starke Präsentation, aber deutlich professioneller als Cooper.
Mark Bittman on what's wrong with what we eat | Video on TED.com
Sein Ergebnis in drei Jahren: 673.000 Views und 300 Kommentare – das 3-fache von Cooper. Man sieht, je besser die Präsentation, desto stärker der Impuls beim Publikum.
Hollywood: Jeremy Gilley: One day of peace | Video on TED.com
Ein Tag Frieden auf der ganzen Welt. Der Mann, der den Friedenstag am 21. September ins Leben gerufen hat, hält einen mitreissenden Vortrag voller Leidenschaft zu dem Thema. Die Geschichte eines Helden...
Jeremy Gilley: One day of peace | Video on TED.com
Jeremy Gilley macht eigentlich alles falsch, was man bei Präsentationen nach den üblichen Regeln falsch machen kann. Er spricht schnell und undeutlich und er dreht den Rücken zum Publikum. Und dennoch ist dieser Vortrag faszinierend.
Wenn man genau hinsieht, dann zeigt sich eine funktionierende Strukturierung der Rede: die eigene Geschichte und der Standpunkt, eine klassische Heldengeschichte mit einer Herausforderung, vielen Rückschlägen und letztendlich doch der "Sieg". Die Beschreibung der neuen Welt, in der die Idee umgesetzt ist und die Aufforderung zur Entscheidung für das Publikum, sich zu involvieren.
Das Publikum gab Standing Ovations. Und es gab sicherlich auch Menschen, die nach dem Vortrag einen ativen Beitrag zu dem Projekt leisten. Super.
Jeremy Gilley: One day of peace | Video on TED.com
Jeremy Gilley macht eigentlich alles falsch, was man bei Präsentationen nach den üblichen Regeln falsch machen kann. Er spricht schnell und undeutlich und er dreht den Rücken zum Publikum. Und dennoch ist dieser Vortrag faszinierend.
Wenn man genau hinsieht, dann zeigt sich eine funktionierende Strukturierung der Rede: die eigene Geschichte und der Standpunkt, eine klassische Heldengeschichte mit einer Herausforderung, vielen Rückschlägen und letztendlich doch der "Sieg". Die Beschreibung der neuen Welt, in der die Idee umgesetzt ist und die Aufforderung zur Entscheidung für das Publikum, sich zu involvieren.
Das Publikum gab Standing Ovations. Und es gab sicherlich auch Menschen, die nach dem Vortrag einen ativen Beitrag zu dem Projekt leisten. Super.
Donnerstag, 30. Juni 2011
Hollywood: Wie arbeitslose Autoren Schulkindern helfen
Mit einer ganz einfachen Idee hat TED-Preis-Gewinner Dave Egger ein riesiges Netzwerk geschaffen, von dem alle profitieren. Neu. Anders. Nachahmenswert!
Das interessante ist auch, dass dieser Mann so nervös ist, dass er kaum sprechen kann. Die Uhr rennt... Aber zum Zuhören ist das vollkommen egal. Womit auch wieder mal bewiesen ist, dass ein nervöser Mensch, der etwas zu sagen hat, viel interessanter ist, als ein Rhetorik-getunter Mensch, der nichts zu sagen hat.
Sehen Sie selbst....
Das interessante ist auch, dass dieser Mann so nervös ist, dass er kaum sprechen kann. Die Uhr rennt... Aber zum Zuhören ist das vollkommen egal. Womit auch wieder mal bewiesen ist, dass ein nervöser Mensch, der etwas zu sagen hat, viel interessanter ist, als ein Rhetorik-getunter Mensch, der nichts zu sagen hat.
Sehen Sie selbst....
Montag, 30. Mai 2011
Die letzte Präsentation des Lebens
Datum (30. Mai 2011)
Randy Pausch Last Lecture: Achieving Your Childhood Dreams
Unglaublich, wie viel man lachen kann, wenn ein Mann, der noch drei Monate zu leben hat, seine letzte Präsentation hält und seinen Kindheitsträumen den finalen Reality-Check gibt. Bewegend und eine Menge zum Nachdenken. R.I.P.
Hollywood: Warum ich weniger Fisch esse
Datum (30. Mai 2011)
Sylvia Earle's TED Prize wish to protect our oceans
Sylvia Earle spricht über die Ausbeutung der Ozeane mit den Elementen einer Liebes-Geschichte - und hat mich bewegt. Seit diesem Vortrag esse ich deutlich weniger Meeres-Fisch. Standing Ovations für eine Wissenschafterin und weniger Sushi für mich.
Der Aufbau des Vortrages ist der einer klassischen Liebesgeschichte:
der PLOT
Protagonist: Der Mensch. Er braucht das Meer zum Überleben.
Liebe: Der Ozean mit all seinen Bewohnern als Grundlage des (menschl.) Lebens: Luft, Temperatur, Nahrung.
Antagonist: Überfischung und Ausbeutung zerstören riesige Teile des Meeres.
BIG IDEA: Viele geschützte Zonen im Meer schaffen.
Erfüllung der Liebe: Naturschutzgebiete, in denen Artenvielfalt erhalten bleibt sind die Grundlage für das menschliche Leben. 95% des Meeres sind noch unentdeckt.
The End: Wir haben noch kurz Zeit, um das Ruder herumzureissen und unsere Meere zu schützen - oder unsere Lebensgrundlage sukzessive für immer zu zerstören.
Wenn auch Sie lernen möchten, die Struktur einer Story für Ihren Vortrag zu nutzen, dann besuchen Sie den Workshop Power-your-Point
Mittwoch, 27. April 2011
John Hunter: das Welt Friedens-Spiel
John Hunter bringt alle Probleme der Welt auf ein 1,5x1,5 Meter großes Brett - und lässt Volksschulkinder sie lösen.
Hier geht es weniger um Vortragstechniken - John Hunter ist ein charismatischer Mensch mit einer großartigen Vision. Dennoch lässt sich auch in diesem Vortrag einiges lernen, was viele gute Vorträge ausmacht. Schauen wir uns nochmal die Aufgabenstellung an: es soll das "World-Peace-Game" vorgestellt werden:
1. Dank und Lob an das Publikum - ("die Gunst der Zuhörer gewinnen")
2. persönliche Geschichten - zeigen den Standpunkt und führen interessant und authentisch zum Thema hin
3. KURZE Vorstellung des Spieles (in den meisten anderen Präsentationen würde dieser Punkt endlos mit allen Details ausgeschmückt und technisch abgehandelt werden - dieser Part würde den Hauptteil der Präsentation ausmachen. GÄHN)
4. VIELE Beispiele aus der Anwendung des Spieles (oft nach dem Muster: Situation, Komplikation, Lösung). Spannend, interessant und engagierend.
5. Schluß: neue Welt: "wenn nur einer der Schüler aus dem Spiel etwas mitnimmt, mit dem er/sie in Zukunft..."
Toller Vortrag, tolles Spiel.
Hier noch der Link zu dem angesprochenen Film "world peace and other 4th grade achievments"
Espresso: 3 Dinge, die ich bei meinem Flugzeugabsturz gelernt habe
Kurz und stark. Ein Flugzeugabsturz in sechs Minuten. Eine interessante Geschichte, eine klare Struktur und eine deutliche Handlungsaufforderung. Eine bewegende Präsentation nach klassischem Muster.
Sonntag, 3. April 2011
Präsentieren wie Steve Jobs - mit Carmine Gallo
Carmine Gallo zeigt die Präsentations-Methode von Steve Jobs. Die Musik ist ein bisschen cheesy, aber die Gedanken sind sehr interessant...
"You can change the world" - von Nancy Duarte
Was braucht eine gute Präsentation?
Nancy Duarte ist die Leiterin von Duarte-Design, einer Designfirma für Präsentationen in Silicon Valley. Diese Firma und die Arbeit und Bücher von Nancy Duarte sind eine starke Inspiration für meine Arbeit und ich empfehle sie jedem, für den/die Präsentationen wichtig sind: "Resonate" und "Slideology".
Wünsche gute Inspiration :)
Nancy Duarte's talk at TEDx East from Duarte Design on Vimeo.
Nancy Duarte ist die Leiterin von Duarte-Design, einer Designfirma für Präsentationen in Silicon Valley. Diese Firma und die Arbeit und Bücher von Nancy Duarte sind eine starke Inspiration für meine Arbeit und ich empfehle sie jedem, für den/die Präsentationen wichtig sind: "Resonate" und "Slideology".
Wünsche gute Inspiration :)
Frauenrechte - ein Anliegen großartig vorgetragen von Isabel Allende
Isabel Allende hat ein Anliegen. Eindeutig. Doch im Unterschied zu vielen, die ein wichtiges Anliegen präsentieren, fällt sie nicht polternd mit der Tür ins Haus. Sondern beginnt mal ganz woanders: mit ihr selbst.
Ein witziger und bewegender Vortrag, bei dem einem das Lachen nicht nur einmal im Halse stecken bleibt...
Was wir von Obamas Rede in Kairo lernen können
05. Juni 2009
Obamas Rede hat heikle Themen angesprochen und wird weltweit bejubelt. Hier ist, was wir daraus lernen können.
Mit seiner Rede in Kairo hat sich Barack Obama wohl an das größte Publikum der Welt gewandt - an Christen, Moslems und Juden zugleich. Und er hat heikle Themen angesprochen. Man spricht jetzt schon von einer der größten Reden in der Geschichte der Menschheit. Die Rede ist klassisch aufgebaut und ein Lehrbuch-Beispiel für alle, die ein Anliegen vortragen möchten/müssen.
Hier in Kürze ein paar Tipps, die Sie sich von einem der größten Redner der Gegenwart abschauen können:
Anfang: Am Beginn der Rede bedankt sich Obama bei seinen Gastgebern und weist auf die wichtige Rolle hin, die sie in der Geschichte spielen. Schon Aristoteles rät dazu, das Publikum zu begrüßen, es zu loben und Respekt zu bezeugen, um Wohlgesonnenheit und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Beobachten Sie mal: viele großen Redner und Entertainer, egal ob live oder im TV, sprechen das Publikum direkt an (z.B. "Guten Morgen Wien...") und bringen Ihre Gefühle zum Ausdruck ("...es ist eine Freude und Ehre heute hier zu stehen...").
Hauptteil: Obama beginnt NICHT damit, daß er sagt: "wir sprechen heute über 1., 2., 3., usw.". Tun Sie das auch nicht. Er beginnt einfach mit dem ersten Punkt, sagt aber sehr wohl dazu, daß es sich um den ersten Punkt handelt. Das zeigt dem Publikum, daß seine Rede eine klare Struktur hat.
Die einzelnen Punkte des Hauptteiles: Obama führt jeden Punkt mit einem kurzen Satz ein (quasi wie eine Überschrift). Er sagt am Beginn klar, um was es ihm geht, dann bringt er seine Argumente. Jeder Punkt endet mit einer klaren Aussage und einer klaren Handlungsanweisung. Kleiner Neben-Tipp: in vielen der Punkte stellt Obama einen persönlichen Bezug zu seiner Person her. Das macht den Punkt interessanter und gibt einen Bezug zum Hier und Jetzt.
Schluß: Obama sagt NICHT, "wir haben heute über 1.,2.,3., usw. gesprochen", sondern er fasst die Punkte zusammen, indem er von einer Welt spricht, in der Punkt 1, Punkt 2 etc. erfüllt ist; d.h. er macht aus den Punkten ein gemeinsames Ganzes (um das es letztendlich in der Rede auch geht). Dann stellt er den Bezug zwischen dem gemeinsamen Ganzen (der Welt in der die Punkte erfüllt sind) und dem Publikum her ("wir alle leben nur einen kurzen Augenblick in der Zeit....", "Kinder, Ihr seid diejenigen, die...").
Obama bringt zum Schluß noch zwei wesentliche Qualitäten ein: erstens gibt er dem Publikum Perspektiven mit, wie sie in ihrem täglichen Leben seine Punkte erkennen können und zweitens fordert er konkret zur Handlung auf.
Natürlich gibt es noch viele weitere Aspekte, die man anhand dieser Rede ausführen kann. Doch diese wesentlichen, einfachen Punkte können Ihnen schon beim nächsten Mal helfen, Ihr Anliegen gut zu strukturieren und Ihr Publikum direkt zu adressieren.
Business-Präsentationen, wie wir sie sehen wollen
John Doerr ist ein Großinvestor. Er erzählt, wie er dazu kam, in grüne Technologien zu investieren und hat ein Anliegen: es braucht noch viel mehr!
Die Präsentation ist sehr gut (soweit ich weiß, auch durch die Hilfe von Duarte-Design):
- gute Rahmengeschichte
- sehr klare Struktur - einfach und leicht nachzuvollziehen
- eindeutige Messages
- starke Argumentation
- klares Ziel und Handlungsaufforderung
Es passiert nicht oft, daß eine Business-Präsentation zu Tränen und Standing Ovations führt, und dennoch klar und zielgerichtet bleibt. Dies ist eine Präsentation nach dem Lehrbuch. Sehen Sie selbst...
Der Schlüssel zu Bevölkerungsstatistiken - eine Waschmaschine
Hans Rosling, der König der Statistik-Präsentation mit wundervollen Vortrag. Witzig, kurz und lehrreich. Eine Präsentation, die alles hat, was eine gute Präsentation braucht. Was sagt das Lehrbuch dazu:
- eine Geschichte als Klammer (seine Großmutter und die Waschmaschine)
- analoger Erinnerungs-Moment (einige, aber sicher die Waschmaschine, die Bücher herausgibt)
- Verwendung einer Hauptillustration, die das Gesagte visuell erklärt
- schrittweise Animation der Illustration
- Wiederholung von Illustrationen (dadurch entsteht eine interessante Dramaturgie)
Das Publikum johlte und war begeistert. Ich kann verstehen, warum :)
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