05. Juni 2009
Obamas Rede hat heikle Themen angesprochen und wird weltweit bejubelt. Hier ist, was wir daraus lernen können.
Mit seiner Rede in Kairo hat sich Barack Obama wohl an das größte Publikum der Welt gewandt - an Christen, Moslems und Juden zugleich. Und er hat heikle Themen angesprochen. Man spricht jetzt schon von einer der größten Reden in der Geschichte der Menschheit. Die Rede ist klassisch aufgebaut und ein Lehrbuch-Beispiel für alle, die ein Anliegen vortragen möchten/müssen.
Hier in Kürze ein paar Tipps, die Sie sich von einem der größten Redner der Gegenwart abschauen können:
Anfang: Am Beginn der Rede bedankt sich Obama bei seinen Gastgebern und weist auf die wichtige Rolle hin, die sie in der Geschichte spielen. Schon Aristoteles rät dazu, das Publikum zu begrüßen, es zu loben und Respekt zu bezeugen, um Wohlgesonnenheit und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Beobachten Sie mal: viele großen Redner und Entertainer, egal ob live oder im TV, sprechen das Publikum direkt an (z.B. "Guten Morgen Wien...") und bringen Ihre Gefühle zum Ausdruck ("...es ist eine Freude und Ehre heute hier zu stehen...").
Hauptteil: Obama beginnt NICHT damit, daß er sagt: "wir sprechen heute über 1., 2., 3., usw.". Tun Sie das auch nicht. Er beginnt einfach mit dem ersten Punkt, sagt aber sehr wohl dazu, daß es sich um den ersten Punkt handelt. Das zeigt dem Publikum, daß seine Rede eine klare Struktur hat.
Die einzelnen Punkte des Hauptteiles: Obama führt jeden Punkt mit einem kurzen Satz ein (quasi wie eine Überschrift). Er sagt am Beginn klar, um was es ihm geht, dann bringt er seine Argumente. Jeder Punkt endet mit einer klaren Aussage und einer klaren Handlungsanweisung. Kleiner Neben-Tipp: in vielen der Punkte stellt Obama einen persönlichen Bezug zu seiner Person her. Das macht den Punkt interessanter und gibt einen Bezug zum Hier und Jetzt.
Schluß: Obama sagt NICHT, "wir haben heute über 1.,2.,3., usw. gesprochen", sondern er fasst die Punkte zusammen, indem er von einer Welt spricht, in der Punkt 1, Punkt 2 etc. erfüllt ist; d.h. er macht aus den Punkten ein gemeinsames Ganzes (um das es letztendlich in der Rede auch geht). Dann stellt er den Bezug zwischen dem gemeinsamen Ganzen (der Welt in der die Punkte erfüllt sind) und dem Publikum her ("wir alle leben nur einen kurzen Augenblick in der Zeit....", "Kinder, Ihr seid diejenigen, die...").
Obama bringt zum Schluß noch zwei wesentliche Qualitäten ein: erstens gibt er dem Publikum Perspektiven mit, wie sie in ihrem täglichen Leben seine Punkte erkennen können und zweitens fordert er konkret zur Handlung auf.
Natürlich gibt es noch viele weitere Aspekte, die man anhand dieser Rede ausführen kann. Doch diese wesentlichen, einfachen Punkte können Ihnen schon beim nächsten Mal helfen, Ihr Anliegen gut zu strukturieren und Ihr Publikum direkt zu adressieren.

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